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| Baubiologie Nürnberg - Uwe Dippold |
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Weichmacher / PhthalateAls Weichmacher werden Stoffe bezeichnet, die zu einem Material gegeben werden um dessen Dehnbarkeit, Weichheit und Biegsamkeit für Verarbeitung und Gebrauch zu verbessern. Dabei gehen Weichmacher aber keine chemische Reaktion mit dem Material ein, sondern verändern es nur physikalisch. Selten wird ein Weichmacher alleine eingesetzt. Vielmehr werden die verschiedenen Typen entsprechend ihren Eigenschaften kombiniert. Den höchsten Marktanteil haben die als potentielle Gebäudeschadstoffe zu beachtenden Phtalate Pflanzenchemiehersteller verwenden natürliche Weichmacher wie Lärchenharz oder Rizinusöl. Phthalate (Phthalsäureester) sind
Wegen ihrer vielseitigen Verwendung sind Phthalate nahezu überall anzutreffen. In Innenräumen gasen sie aus phthalathaltigen Produkten aus und lagern sich im Hausstaub ab. Verwendung Hauptanwendungsbereich der Phthalate ist die Kunststoffproduktion. Sie sind Ausgangs- und Zwischenprodukte bei der Herstellung und werden in großen Mengen als Weichmacher eingesetzt, vor allem in PVC-Produkten. ![]() Weichmacher werden in großen Mengen und in vielfältiger Weise in
Darüber hinaus dienen sie als
Die am meisten verwendeten Phthalate sind DEHP (Di-2-ethyl-hexylphthalat, oft auch mit DOP für Dioctylphthalat bezeichnet) und DIDP (Diisodecylphthalat). In Kinderspielzeug sind Phthalate seit kurzem verboten. Dazu ein Beitrag von Greenpeace: EU verbietet Phtalate - ein erster, aber halbherziger Schritt Jeder kennt sie aus den Regalen der Spielwarengeschäfte. Sie sind bunt, knautschig, und viele quietschen, wenn man sie drückt: Niedliche gelbe Quietscheentchen, Ernie aus der Sesamstraße oder Walt Disney’s Winnie the Pooh. Was man diesen süßen Spielgefährten nicht ansieht: Sie enthalten Substanzen, die Leber- Nieren- und Hodenschäden auslösen können. Auch ist nicht auszuschließen, dass sie krebserzeugend sind. Bei diesen Substanzen handelt es sich um die sogenannten Phthalate, Weichmacher, die PVC geschmeidig machen. Ohne Weichmacher wäre der Kunststoff hart und spröde. Leider lösen sich die Phthalate mit der Zeit aus dem PVC oder dünsten aus. Dies wird noch verstärkt durch mechanische Belastung, wie z.B. dem Drauf-Rumkauen und Dran-Nuckeln, wie Babys und Kleinkinder es gerne tun - ein Grund mehr, warum sie in Kinderspielzeug nichts verloren haben. ![]() Das hat jetzt auch die EU eingesehen: Nachdem Greenpeace schon 1997 angeblich "unseriöse" Analysenergebnisse (so die Chemieindustrie) vorlegte, die die Gesundheitsgefährdung der Kinder durch Phthalate bewiesen, bezeichnet nun auch die EU-Kommission die Weichmacher als "ernstes und unmittelbares Risiko" für die Gesundheit von Kleinkindern. Nach langem Hin und Her und Zögern von Seiten weniger Länder (darunter auch Deutschland!) wurde Anfang Dezember 1999 ein Sofortverbot für Beiss-Spielzeug für Kinder unter drei Jahren verhängt. Dieses Beiss-Spielzeug, z.B. Beissringe und Rasseln, macht nur etwa 10 bis 20% des Weich-PVC-Spielzeugs aus. Kleinkinder nehmen aber alles in den Mund, was in Reichweite ist, um darauf herumzukauen. Wie soll man einem Kleinkind klarmachen, dass es zwar an dem dafür vorgesehenen Beissring herumnuckeln darf, nicht aber an dem netten, auch noch so lecker riechenden Winnie the Pooh? Dieses Sofortverbot, das später auch fester Bestandteil der dauerhaften Gesetzgebung werden soll, ist also für einen Schutz der Gesundheit von Kleinkindern unzureichend. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auf weiches oder leicht flauschiges Kunststoffspielzeug verzichten. Manche Hersteller wie MAPA, Helly, Novatex, Continua, FASHY oder Mattel bemühen sich auch um freiwilligen Verzicht. Diese Spielsachen sind als "pvc-frei" gekennzeichnet. Zum Beißen für zahnende Kleinkinder eignen sich übrigens auch ebenso gut Spielzeuge aus unbehandeltem Weichholz oder einfach nur rohe Karotten. Gesundheitsgefährdung Die folgenden Gesundheitsgefährdungen beziehen sich auf den Umgang mit dem Stoff in handelsüblicher Form. Im Wohnbereich tritt der Stoff in der Regel nur in Konzentrationen auf, bei denen diese Symptome nicht zu erwarten sind bzw. nur in sehr abgeschwächter Form auftreten.
Phthalate und andere Weichmacher können durch Analysen von Raumluft-, Staub- oder Materialproben nachgewiesen werden. Oft reicht auch schon die eigene Nase oder ein Blick auf das Typenschild des Produktes. Wenn es aus Fernost kommt und aus PVC besteht, oder diesen Stoff enthält, dann ist Vorsicht geboten |
![]() Ich bin Vorstandsmitglied von Biolysa e.V., dem Verein der Baubiologen! BIOLYSA-Beratungsstellen in Deutschland: hier klicken! (Neues Browserfenster) Dokumente: (Klick für Details!) 30.11.2010 Lichterketten - schön, aber oft lebensgefährlich 09.08.2010 Unfruchtbarkeit durch Mobilfunkstrahlung 11.01.2010 Faltblatt des Umweltbundesamtes zu Farben und Lacken 11.01.2010 Broschüre des Umweltbundesamtes zu FOGGING 11.01.2010 Fachartikel zum Phänomen FOGGING 11.01.2010 Broschüre des Umweltbundesamtes zu Gesünder Wohnen 11.01.2010 Faltblatt des Umweltbundesamtes zu Holzschutz und Holzschutzmitteln 21.12.2009 Immer noch Uran im Trinkwasser 19.12.2009 Artikel Wohnung + Gesundheit zu Energiesparbirnen 05.10.2009 Ökotest zu guten DECT-Telefonen - Kritische Würdigung 07.09.2009 Wichtige Infos zur Schweinegrippe und der geplanten Impfkampagne 28.05.2009 Neueste Erkenntnisse zum Zusammenhang von Tonerstaub und Lungenkrebs 26.02.2009 Fahrplan Glühlampenverbot der EU 06.01.2009 SPIEGEL-Leser wissen manchmal das Falsche 08.12.2008 Fördermitteldatenbank mit allen Fördermöglichkeiten 08.12.2008 Lichtqualität im Vergleich von Glühlampen und Energiesparbirnen 08.12.2008 Ökotest Energiesparlampen 07.11.2008 Gefährliches Leben neben Hochspannungsleitungen 07.11.2008 Weiterverwendung der CT1plus-Telefone nach dem 31.12.2008 |
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